In diesem Jahr hatte sich die CaEx-Stufe entschieden, das jährliche „Auslandslager“ (d. h. Besuch von Budapest, Prag oder Bratislava) auf das Pfingstlager zu legen. Dadurch hatten wir einen Tag mehr Zeit, uns die ungarische Hauptstadt anzusehen und weniger Stress. So trafen sich am 7. Juni früh 20 CaEx und die Leiter am Bahnhof Mödling, heuer reisten wir mit dem Zug nach Budapest.
Beginnend mit dem Bahnhof Nickelsdorf, der wohl seine frühere Bedeutung völlig verloren hat und fortgesetzt in Ungarn, wähnt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Auf ungarischen Bahnhöfen sieht es aus wie bei uns vielleicht in den 1990er-Jahren, es gibt nur wenig Mobilar in den Stationen. Der Zielbahnhof in Budapest ist natürlich moderner. Die Zimmer des Hostels waren einfach ausgestattet, die CaEx schliefen in Stockbetten, angenehm war es aber trotzdem.
Am Samstag Nachmittag hatten die CaEx die Möglichkeit, Budapest selbständig zu erkunden. Traditionell und nicht wegzudenken ist die Foto-Challenge: die Jugendlichen haben die Aufgabe, zu bestimmten vorgegebenen „Themen“ Fotos zu machen. Die Leiter spazierten inzwischen durch die Stadt und kauften die Lebensmittel ein, denn am Pfingstwochenende hatten fast alle Geschäfte geschlossen. Abendprogramm: Picknick auf dem Burgberg in Buda und gemeinsames Erleben des Sonnenuntergangs.
Ich erinnere mich noch ans Jahr 1990, als ich – damals noch Rover – das erste Mal in Budapest gewesen bin. Überall waren damals Baugerüste zu sehen, das große Renovieren nach der Wende hatte begonnen. Mit viel Engagement wurde die Altstadt wiederhergestellt. Im Jahr 2025 bot sich ein eigenartiges Bild: auf den Straßen waren einige Obdachlose sichtbar, die in schlechten Verhältnissen leben. Viele Gebäude weisen Fassadenschäden auf, aber offenbar fehlt der Stadt das Geld, diese zu beheben.
Interessantes Programm dann am Sonntag: am Vormittag besuchte eine Gruppe das Flipper-Museum. Für 9 Euro Eintritt waren zahlreiche Flippergeräte aus den letzten Jahrzehnten und Arcade-Games aus der Spielhalle zu sehen und konnten kostenlos ausprobiert werden. Die ältesten Geräte waren aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die meisten stammten aus den 1990ern. Bei den Flippern älterer Bauart war die „Spielphysik“ etwas enttäuschend; man merkte, dass sie schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Die andere Gruppe hatte sich für das Selfiemuseum entschieden, wo sie viele kreative Fotos machten. Ich fühlte mich bei manchem Motiv an die Umgebung von Kinderaufbewahrungsstätten amerikanischer Malls erinnert. – Nachmittags waren wir beim Bowling, wo sich unsere CaEx richtig austoben konnten. Am Weg dorthin kamen wir an einer Halle vorbei, in der die Honveds ein Basketballspiel austrugen. Die Zuschauer feuerten die Heimmannschaft frenetisch an, das war Stimmung! Die Jugendlichen kamen mit den Bowlingkugeln und der Bahn recht gut zurecht und hatten Spaß; im direkten Vergleich haben sie uns Leiter ordentlich abgehängt!
Über den Montag gibt es nicht mehr viel zu sagen. Nach dem Frühstück Zusammenpacken und ab zum Bahnhof. Die gelben Straßenbahnen und die U-Bahn von Budapest, mit denen wir ein paar Stationen fuhren, sind wirklich modern! Danach ging es per Zug nach Hause.
